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Kieferorthopädie BIONATOR THERAPIE
Warum GANZHEITLICHE KIEFERORTHOPÄDIE mit der Bionator Methode
Myoarthropathie - Kiefergelenk Dysfunktion
Ablauf einer Behandlung
Häufige Fragen über die Kieferorthopädie
Kieferorthopädie BIONATOR THERAPIE
Kieferorthopädie BIONATOR THERAPIE

 

Die Bionatortherapie in der ganzheitlich ausgerichteten Kieferorthopädie

Ein wichtiger Hinweis vorab für unsere Patienten:  Bionator ist nicht gleich Bionator.
Sie erkennen einen qualifizierten Bionatortherapeuten, dass er mehrjährig ausgebildet und geprüft wurde ( z.B. von der  Internationalen Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin (GZM.org) ).
Ein Bionator ist immer so grazil wie möglich und stabil wie nötig. In jedem Fall muss der Bionator im Mund frei beweglich sein. Keinesfalls darf der Bionator fest an den Zähnen klammern. Fragen Sie ihren Therapeuten nach der Kooperation und ggf. Netzwerk  mit Osteopathen, Cranio-Sacral-Therapeuten, Homöopathen, Logopäden  u.a. und lassen Sie sich die Ausbildungsnachweise zum Bionatortherapeuten zeigen.
 

Gesund beginnt im Mund
Die Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen ist nur erfolgreich und dauerhaft, wenn gleichzeitig die fehlerhaften Mundbewegungen in geordnete Abläufe geführt werden. Mehr oder weniger häufige und kombinierte Begleiterscheinungen wie: Mundatmung, verminderte Infektabwehr, Leistungsabfall, Lernprobleme, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, schlaffe Mund- und Körperhaltung, herabgesetzte Abbeiß-, Kau- und Schluckfunktionen und folglich Störungen der Eßgewohnheiten, der Sprache und des Verhaltens. Eine angemessene und effektive Behandlung kommt den Kindern kaum zugute, weil es an fachübergreifender Kenntnis und Zusammenarbeit mangelt.
Fehlt etwas im Mund, ist ( isst ) der Mensch nicht ganz gesund.

Auch erscheint heute jedem plausibel, dass gleichmäßige Zahnreihen nicht nur der Schönheit dienen, sondern auch für intakte Biss- und Kauverhältnisse stehen. Weniger geläufig dagegen ist, dass der Mund auch als Sprachorgan auf die Existenz und eine entsprechende Stellung der Zähne angewiesen ist. Beinah völlig vergessen wird dabei, dass der Mund zunächst als Atmungsorgan ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Nicht das Bewegen von Zähnen, sondern die Stimulation und Steuerung der Mundbewegungen sollte die Hauptaufgabe des Kieferorthopäden sein.
 

Der 'kleine' Unterschied
Die Ganzheitlich ausgerichteten Kieferorthopädie verfügt über Kenntnisse, die z.T. über die akademische Ausbildung hinausgehen. Sie unterliegt aber leicht dem verführerischen Naturmode-Trend und verfehlt ihr Ziel, wenn dem Behandler der nötige Ernst und die Kompetenz und dem Patienten die nötige Einsicht und Kooperation fehlen. Ihr Standpunkt heißt: Es wird zu viel mechanisch, d.h. (besonders mit festsitzenden Apparaturen) fremd 'reguliert', wo mit stimulatorischen Mitteln die natürlichen Kräfte der Eigenregulation für bessere Ergebnisse genutzt werden können. Daraus ergebensich folgende Unterschiede:

  • Weitgehender Verzicht auf Extraktionen gesunder bleibender Zähne
  • Kaum schädigende Nebenwirkungen wie bei starken, sprengenden mechanischen Geräten
  • Mehr Wohlbefinden (kaum noch Ver-Spannungen, Schmerzen, Schleimhautreizungen,
    Verletzungen sowie Komplikationen bei Mahlzeiten und Pflege).
  • Weniger Risiken bei Sport und Freizeit, kaum Abhängigkeit von häufigen Kontrollterminen.
  • Niedrige Rückfallquote (aufgrund der angeregten Selbstregulation).
  • Geringer Kosten- und Laboraufwand
     

FAZIT:
Das Ziel der ganzheitlich ausgerichteten Kieferorthopädie ist, die Entwicklungs-, Aufrichtungs- und Reifungsprozesse vom Munde und Gebiss aus für den ganzen Menschen zu nutzen und zu fördern. Der Patient soll nicht nur gut aussehen und kauen, sondern auch optimal atmen und sprechen können. Aufrichtung und Haltung können durch gesunde Bissverhältnisse unterstützt werden und dem Bewusstsein mehr Halt, Sicherheit und Selbstvertrauen vermitteln. Ein schönes funktionsfähiges Gebiss lässt sich nicht machen, sondern muss durch Eigenleistung erworben werden. Arzt und Patient sind durch die geteilte Verantwortung aufeinander angewiesen. Je besser die Motivation durch den Therapeuten, desto stärker der Wille des Patienten zur Mitarbeit und desto größer der Erfolg.

 

Begleitende Heilmaßnahmen und parallele Therapien:
Da es aus der Sicht der Ganheitlich ausgerichteten Kieferorthopädie keine sogenannte Zahngesundheit, sondern nur die eine Gesundheit gibt, können viele Heilmaßnahmen hilfreich sein. Dazu gehören besonders:
1. Die Ordnung der Lebens- und Alltagsgewohnheiten
2. Begleitende Heilmaßnahmen im Rahmen der ganzheitlich ausgerichteten Kieferorthopädie.
3. Parallele Therapien und Anwendungen anderer Fachdisziplinen.

Für (1.) die Lebensgewohnheiten ist schließlich das ganze Umfeld , von der näheren familiären Situation bis in das soziale Milieu, besonders der Schule, verantwortlich. Dieser Faktor ist von großer gesundheitlicher Bedeutung!

Zu (2.) den begleitenden Heilmaßnahmen gehören:
a. Funktionell wirkende kieferorthopädische Apparaturen wie der Bionator. Auch andere ähnlich wirkende Apparaturen wie der Gebissformer nach BIMLER, der Kinetor nach STOCKFISCH oder auch der Aktivator nach KLAMMT lassen sich in dieses Konzept integrieren.
b. Mechanisch aktivere Mittel für die Zahnbewegung. Dazu zählen die gebräuchlichen herausnehmbaren Geräte (aktive Platten, CROZAT) und festsitzenden Behelfe (Plättli-Spange). Besonders geeignet ist die CROZAT-Apparatur. Ihre äußerst grazile und raumsparende Konstruktion lässt sich leicht tragen. Sprache und Ästhetik werden kaum beeinträchtigt. Ihre Elastizität und punktförmige Zahnberührung ermöglicht in Kombination mit dem Bionator Kieferentwicklungen und Lückenöffnungen, die sich mit anderen Methoden kaum erreichen lassen. Die üblichen serienmäßigen Extraktionen gesunder Zähne können dadurch größtenteils vermieden werden.
Die mechanischen Hilfsmittel haben ihren Vorzug bei besonders schwierigen und körperlichen Zahnbewegungen, die auf funktionellem Wege nicht zugänglich sind.

Zu (3.) den parallelen Therapien gehört vor allem die Förderung der oralen Grundfunktionen:  Atmung, Bewegung und Stoffwechsel. Alles, was dem Bewegungs-, Halte- und Stützapparat dient, schließt auch den formativen Reiz zur Ausbildung gesunder Gebissverhältnisse ein. Atmung und Bewegung können speziell physiotherapeutisch (durch gymnastische Methoden wie z.B. PADOVAN, CASTILLO MORALES, GARLINER, Ergotherapie,  u.a.) geschult werden.
Die 'Neurofunktionelle Reorganisation' nach PADOVAN' eignet sich besonders, da sie mund- und körpermotorische Übungen im Ablauf der Reife und Sprachentwicklung, d.h. aufbauend integriert. Die ebenfalls hilfreiche Sprachtherapie und Logopädie erhält somit einen erweiterten Therapieansatz.
Stoffwechsel und Bewegung lassen sich gleichermaßen durch die 'Lymphdrainage'  (eine sanfte, massageähnliche manuelle Therapie der Lymphbahnen) fördern. Ein intakter Stoffwechsel ist ebenso auf eine adäquate Esskultur (Nahrungsqualität plus Essverhalten) besonders angewiesen.

Erben und erwerben:
Der weit größte Teil der Zahn- und Kieferfehlstellungen wird erworben und nicht vererbt. Im allgemeinen "weiss" also z. B. jeder Zahn nicht nur wo, sondern auch wie, d.h. in welcher Stellung er im Kiefer seine Funktion übernehmen muss. Aus den embryologischen Forschungen von BLECHSCHMIDT ist bekannt, dass das Erbgut sich zu Wachstum, Reifung und Entwicklung so verhält, wie die Schrift eines universellen Theaterstückes zum aktuellen Bühnenspiel. Das Werden im Leben muss, den jeweiligen Umständen entsprechend, ständig neu inszeniert werden. Fehlerhafte Zahnstellungen sind also meistens nicht die Folge einer falschen "Erbschrift", sondern sichtbare Zeichen einer unangemessenen "Inszenierung auf der Entwicklungsbühne". Zum Hintergrund dieser Fehlentwicklung gehört eine Summe verschiedener (und zum Teil genannter) Störfaktoren, denen der Mensch das ganze Leben hindurch, vorn Embryo bis zum Alter, ausgesetzt sein kann. Eine traumatische Geburt kann z. B. die Kiefer-Gesichts-Region dauerhaft deformieren (BAHNEMANN ).
 

Kieferorthopädisch - pädagogische Aufgaben
Durch die ganzheitlich ausgerichtete Kieferorthopädie soll der ganze Mensch mit seiner Entwicklung, Aufrichtung und Reifung vom Munde her gefördert werden.
Hier liegt die Chance, das Kind, den Jugendlichen zur Mündigkeit mitzuerziehen! Dr. ANDRY wollte die nach ihm benannte "Orthopädie" als "Erziehung zum geraden Wachsen" verstanden wissen.
PROF. BALTERS verwirklichte diesen Grundsatz mit seiner BIONATOR-METHODE. Dabei gilt es, zwei pädagogische und orthopädische Regeln gleichermaßen zu beachten:
1. Räumliche Bedingungen zu schaffen, die eine optimale Entwicklung zulassen und
2. Anreize zu bieten, die Antriebskräfte freisetzen.

Die Bereitstellung angemessener Raumverhältnisse ist die äußere Bedingung für Entwicklung und Reifung, die Aktivierung vorhandener Antriebskräfte ihre innere Voraussetzung.
Die Kunst des orthopädischen Erziehens fordert aber auch:
1. Die Führung und Orientierung als Schutz und Begrenzung.
2. Das Halten und Stützen als Ausgleich von Fehlleistungen.

Wann und wo durch Motivation, Führung und Unterstützung Grenzen gesetzt oder umgekehrt, im Zulassen Räume und Freiheiten ermöglicht werden, entscheidet darüber, wie maßvoll und einfühlsam der Pädagoge bzw. Orthopäde vorgeht.
 

Dadurch vermittelt die nicht festmontierte 'Zahnklammer' eine kombinierte Bewegungs- und Berührungs-Stimulation. Das Mundorgan kann nun dank der günstigen Raum-Form-Reiz-Bedingungen naturgemäß reagieren.
So regt der Zungenbügel zum Kontakt zwischen Zunge und Gaumen, der Lippenbügel zum Lippenkontakt bzw. Mundschluss an. Das regelmäßige Tragen ( besonders am Tage, Mahlzeiten ausgeschlossen, und nicht nur nachts) wird zur Übung. Der Patient lernt, u.a. richtig zu schlucken, richtig zu atmen, besser zu kauen und zu sprechen. Die entstehende Sog-Kraft- Steigerung wirkt sich auch günstig auf die Durchströmung der zahlreichen in Zellnähe befindlichen Blut- und Lymphgefäße aus. Schließlich sind die Umbauprozesse der Knochenund
Weichgewebe unmittelbar auf die versorgenden und entsorgenden Fließeigenschaften der Körpersäfte (einschl. Speichel) angewiesen. Einer normalisierten Funktion entspricht dann wieder eine normalisierte Form. Die Bionator-Methode orientiert sich an einer bewährten therapeutischen Weisheit: Nicht alles machen was machbar ist, sondern möglichst viel möglich machen, was nicht machbar ist! Denn das Kauen, Wachsen und Sichaufrichten und sei es noch so dürftig, lässt sich fördern, aber nicht in Auftrag geben.
 

 Bewegliche "Zahnklammer"
Das Ausheilen der Bissanomalie wäre aber ohne Anreize zum Kraftantrieb nicht gewährleistet:
Die Form und Konstruktion des Gerätes, besonders die Drahtelemente, werden durch die hohe Sensibilität von Schleimhaut und Zähnen als Reize wahrgenommen.
 

 Die anderen Mundfunktionen wie der Lippenkontakt für die Nasenatmung, das Abbeißen, Kauen und Sprechen unterliegen den gleichen Störfaktoren reduzierter Raum-Bewegungen. Da sie gleichzeitig über dieselben Nervenbahnen versorgt und von denselben Muskelzügen angetrieben werden, treten sie als mehr oder weniger kombinierte und gestörte Begleiterscheinungen auf. Das Balters'sche Heilprinzip besteht nun darin, die verfallenen "Mund-Raum-Funktionen wieder aufzurichten".
 

Prinzip des BIONATORS
Auch der BIONATOR, ein lose im Munde zu tragendes Gerät, wird nach diesem Prinzip angewandt. Er bewegt keinen Zahn, aber verändert alle Mundbewegungen. Da die meisten Zahnfehlstellungen und Kieferanomalien mit beengten Raumverhältnissen der Mundhöhle einhergehen, muss zunächst Raum geschaffen werden. Schon beim Einsetzen des Gerätes wird z. B. ein tiefer Überbiss ausgeglichen, indem der zurückliegende Unterkiefer eine vorverlagerte (Abbeiß-) Stellung einnimmt. Neben dieser Rückbisskorrektur wird gleichzeitig die tiefe Bisslage
kompensiert: Die Schneidezahnkanten des Unterkiefers nähern sich den oberen Schneidezähnen nicht nur, indem sie von hinten nach vorne bewegt werden. Die Gaumenschleimhaut wird vor ihrem Einbiss zusätzlich geschützt, weil sie ihre alte Stellung auch von oben nach unten verlassen. Ober- und Unterkiefer verhalten sich wie zwei gegeneinander verschobene Raumhälften. Das Gerät führt sie mit der Schließbewegung des Unterkiefers in die
gesunde Lagebeziehung. Diese Neuorientierung vermittelt ein Gefühl für das anzustrebende Ziel. So wird auch der seitliche Zahnkontakt durch die Begrenzung mit dem Gerät aufgehoben. Der gewonnene Raum zwischen den Kauflächen wird zum einen für die Abstützung des Bisses am Kunststoff gehalten und zum anderen für das Wachstum und die Entwicklung von Kiefer und Zähnen freigegeben.
Mit dem Stützen beginnt das eigentlich Orthopädische, der haltende Ausgleich einer Fehlleistung. Die Schluckfehlfunktion ist z.B. hauptsächlich durch ein gestörtes Bewegungsmuster der Zunge im Hinblick auf ihre Saugkraft gekennzeichnet. Die Sogwirkung wird oft auch durch die Schwäche der vorderen und hinteren Schließmuskeln, d.h. der Lippen und des weichen Gaumens (einschließlich Zungenrücken) vermindert. Diese Fehlleistung ist wiederum von der beschriebenen Fehlform der Kiefer und Zahnbögen mit ihren Einengungen nicht zu trennen: Durch den tiefen Biss und die Rücklage des Unterkiefers steht nur noch ein geschmälerter Schluck  bzw. Sograum zur Verfügung. 

Aus der LITERATUR von:

1. BAHNEMANN,F.: Der Bionator in der Kieferorthopädie, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1993
2. BALTERS, W.: Ausgewählte Schritten und Vorträge - Hrsg. Chr. Herrmann - Druckerei Hölzer Inh. D. Treu , Heidelberg 1973
3. von TREUENFELS, H. : Ziel und Möglichkeiten einer biologisch ganzheitlich ausgerichteten Kieferorthopädie,
Hrsg. Schriftenreihe der ZÄ-Kammer Westf.-Lippe, Bad Salzuflen 1992, Seite 99 -115